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Sicherheitslücken bei der Authentifizierung und DoS-Angriffen: „ OPSWAT “ entdeckt CVE-2026-15315 und CVE-2026-15316 in TP-Link Tapo-Kameras

OPSWAT Stipendiaten von Unit 515 haben im Rahmen des „ OPSWAT Critical Infrastructure Cybersecurity Graduate Fellowship Program“ zwei bislang unbekannte Sicherheitslücken in TP-Link-Tapo-Kameras aufgedeckt.
Von OPSWAT
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TP-Link Tapo-Kameras sind weit verbreitete intelligente Sicherheitsgeräte, die für die Überwachung von Privathaushalten und kleinen Unternehmen entwickelt wurden. Als netzwerkverbundene Kameras vereinen diese Geräte Videostreaming, Fernverwaltung, die Integration von „ mobile “-Anwendungen und weitere Dienste in einem kompakten eingebetteten System.

Wichtigste Highlights

  • Betroffenes Produkt: OPSWAT hat zwei Sicherheitslücken in der TP-Link Tapo C200 Smart-Überwachungskamera entdeckt
  • CVE-IDs: CVE-2026-15315, CVE-2026-15316
  • Arten von Sicherheitslücken: CVE-2026-15315 – Umgehung der Authentifizierung durch einen Replay-Angriff über die lokale Verwaltungsschnittstelle (ein nicht authentifizierter Angreifer kann ohne Passwort eine gültige Administrator-Sitzung erhalten); CVE-2026-15316 – DOS (Denial-of-Service) durch unzureichende Eingabevalidierung beim WLAN-Onboarding (führt zum Absturz des HTTPS-Dienstes der Kamera)
  • Voraussetzungen für den Angriff: Netzwerkzugriff auf die Kamera; keine Authentifizierung oder Benutzerinteraktion erforderlich
  • Patch-Status: Behoben
  • Firmware-Version: V5_1.4.6 (veröffentlicht am 18. August 2026)
  • Erforderliche Maßnahme: Aktualisieren Sie die betroffenen Kameras umgehend auf die Firmware-Version V5_1.4.6 oder höher.
Abbildung 1. Quelle: https://www.whipsaw.com/work/tp-link-tapo-series

Aufgrund dieser Vernetzung kommt der Sicherheit eine besonders große Bedeutung zu. Eine Sicherheitslücke, die es einem Angreifer ermöglicht, die Authentifizierung zu umgehen oder auf privilegierte Funktionen zuzugreifen, könnte die Kamera kompromittieren und dem Angreifer möglicherweise einen Zugang zum Netzwerk verschaffen, in dem das Gerät eingesetzt wird.

Bei OPSWAT leisten wir durch Schwachstellenforschung und verantwortungsbewusste Offenlegung einen aktiven Beitrag zur Cybersicherheits-Community. Außerdem unterstützen wir die Förderung der nächsten Generation von Cybersicherheitsforschern durch das OPSWAT „Critical Infrastructure Cybersecurity Graduate Fellowship Program“, bei dem die Stipendiaten praktische Erfahrungen bei der Analyse realer Sicherheitsbedrohungen sammeln.

Im Rahmen dieses Programms wählte Khoi Tran eine TP-Link Tapo C200-Kamera als Schwerpunkt seiner eigenständigen Sicherheitsforschung aus, die er unter der Betreuung von Thai Do von der „ OPSWAT , Unit 515“ durchführte.

Die Untersuchung führte zur Entdeckung der ersten beiden bisher unbekannten Sicherheitslücken, die nun unter den Bezeichnungen CVE-2026-15315 und CVE-2026-15316. Die Ergebnisse betreffen die Authentifizierung und die Verfügbarkeit. Eine Sicherheitslücke kann es einem Angreifer mit Netzwerkzugriff ermöglichen, den lokalen Authentifizierungsmechanismus der Kamera zu umgehen, während die andere dazu missbraucht werden kann, den normalen Gerätebetrieb zu stören und einen DoS-Zustand (Denial-of-Service) herbeizuführen.

Von der Forschung zur Entdeckung von Sicherheitslücken

Die Entdeckung dieser Angriffskette begann damit, dass Khoi Tran und Thai Do im Labor von OPSWATdie Firmware und die lokalen Kommunikationsmechanismen des TP-Link Tapo C200 untersuchten, wobei sie ihr Augenmerk insbesondere auf die Sicherheit der lokalen Verwaltungsfunktionen richteten.

Im Rahmen unserer Untersuchungen haben wir eine unerwartete Schwachstelle im Authentifizierungsprozess der Kamera entdeckt. Khoi und Thai setzten ihre Untersuchung der privilegierten Verwaltungsfunktionen der Kamera fort. Dabei stießen sie auf eine zweite Schwachstelle, die ausgenutzt werden könnte, um die Verfügbarkeit des Geräts zu beeinträchtigen.

Zeitplan für die Offenlegung

  • 16. April 2026: Khoi Tran und Thai Do von OPSWAT meldeten die Sicherheitslücken an TP-Link.
  • 10. Juli 2026: TP-Link bestätigte die Ergebnisse und begann mit der Entwicklung von Korrekturen für die gemeldeten Sicherheitslücken.
  • 13. August 2026: Den Sicherheitslücken wurden die CVE-Nummern CVE-2026-15315 und CVE-2026-15316 zugewiesen.
  • 18. August 2026: TP-Link veröffentlichte die Firmware-Version V5_1.4.6, mit der die Sicherheitslücken behoben wurden, und veröffentlichte den entsprechenden Sicherheitshinweis.
Abbildung 2. CVE-2026-15315
Abbildung 3. CVE-2026-15316

Die Untersuchungen zur TP-Link Tapo C200 gehen über die beiden in diesem Blog beschriebenen Sicherheitslücken hinaus. Khoi Tran und Thai Do haben im Rahmen ihrer Untersuchungen weitere Sicherheitsprobleme identifiziert, darunter eine kritische Sicherheitslücke, die es einem Angreifer ermöglichen könnte, die Kamera vollständig zu kompromittieren und das kompromittierte Gerät als Einfallstor in das Netzwerk zu nutzen; diese Erkenntnisse unterliegen jedoch weiterhin einer koordinierten Offenlegung mit TP-Link und fallen daher nicht in den Rahmen dieser Veröffentlichung.

OPSWAT arbeitet weiterhin eng mit TP-Link bei der Validierung und Behebung zusammen. Weitere technische Details werden bekannt gegeben, sobald geeignete Korrekturen verfügbar sind und der koordinierte Offenlegungsprozess abgeschlossen ist.

Ein Blick hinter die Schwachstellen

Die beiden aktuellen Sicherheitslücken, die im Rahmen unserer Untersuchungen identifiziert wurden, betreffen unterschiedliche Sicherheitsgrenzen innerhalb des TP-Link Tapo C200. CVE-2026-15315 betrifft den Authentifizierungsmechanismus der Kamera, während CVE-2026-15316 die Verarbeitung von Konfigurationsdaten während der Geräteeinrichtung betrifft. Beide können von einem nicht authentifizierten Angreifer ausgelöst werden, der über Netzwerkzugriff auf das betroffene Gerät verfügt.

Die folgende Analyse bietet einen allgemeinen technischen Überblick über die betroffene Funktionalität, die zugrunde liegenden Sicherheitslücken und deren Auswirkungen. Um das Missbrauchspotenzial zu minimieren, gibt OPSWAT keine Details auf Implementierungsebene preis, die zur Reproduktion oder Ausnutzung der Sicherheitslücken genutzt werden könnten.

CVE-2026-15315: Umgehung der Authentifizierung durch Replay

Die TP-Link Tapo C200 stellt ihre lokale Verwaltungsschnittstelle über HTTPS auf Port 443 bereit und nutzt einen Challenge-Response-Mechanismus zur Authentifizierung von Benutzern. Im erwarteten Authentifizierungsablauf generiert die Kamera eine Challenge und verlangt vom Client die Rückgabe einer entsprechenden Antwort, die aus dem Passwort des Benutzers abgeleitet wird, bevor eine authentifizierte Sitzung hergestellt wird.

Bei der Analyse der Firmware entdeckten Khoi Tran und Thai Do einen alternativen Authentifizierungspfad, bei dem nicht dieselbe Überprüfung der Anmeldedaten erfolgt. Unter bestimmten Bedingungen kann ein Wert, den die Kamera während des Authentifizierungsaustauschs zurückgibt, in einer nachfolgenden Anfrage erneut verwendet und von der betroffenen Überprüfungslogik akzeptiert werden.

Dadurch wird eine grundlegende Eigenschaft des Challenge-Response-Mechanismus unterlaufen. Anstatt vom Client den Nachweis zu verlangen, dass er das Passwort des Benutzers kennt, ermöglicht der anfällige Pfad, dass ein von der Kamera selbst stammender Wert einen Teil des Authentifizierungsprozesses erfüllt.

Abbildung 4. Challenge-Response-Verfahren zur Authentifizierung von TP-Link-Benutzern

Ein Angreifer mit Netzwerkzugriff auf die betroffene Kamera kann dieses Verhalten ausnutzen, um eine gültige Administratorsitzung zu erlangen, ohne das Passwort des Benutzers zu kennen oder wiederherzustellen. Es ist keine bestehende authentifizierte Sitzung erforderlich, und die Umgehung kann mit nur wenigen Anfragen an die lokale Verwaltungsschnittstelle durchgeführt werden.

Nach der Authentifizierung erhält der Angreifer Zugriff auf Verwaltungsfunktionen, die normalerweise dem Kameraadministrator vorbehalten sind, wodurch er unbefugte Änderungen an der Konfiguration des Geräts sowie andere privilegierte Vorgänge vornehmen kann.

CVE-2026-15316: Denial-of-Service während der Geräteeinbindung

Die zweite Sicherheitslücke besteht im Konfigurationsablauf bei der Ersteinrichtung der Kamera, bei dem das Gerät verschlüsselte WLAN-Anmeldedaten verarbeitet.

Verschlüsselte Anmeldedaten sollten ordnungsgemäß überprüft werden, bevor sie an kryptografische Routinen und Routinen zur Konfigurationsverarbeitung weitergeleitet werden. Unsere Analyse ergab jedoch, dass der betroffene Verarbeitungsweg die Größe der verschlüsselten Anmeldedaten vor deren Verarbeitung nicht ausreichend überprüft.

Ein nicht authentifizierter Angreifer mit Netzwerkzugriff auf die Kamera kann einen übergroßen verschlüsselten Anmeldewert übermitteln. Wenn die fehlerhaften Daten den anfälligen Verarbeitungspfad erreichen, kann dies zum Absturz des HTTPS-Dienstes der Kamera führen, was einen Denial-of-Service-Zustand zur Folge hat.

Die Auswirkungen sind besonders relevant für netzwerkverbundene Sicherheitskameras, bei denen eine Störung der Verwaltungsdienste dazu führen kann, dass berechtigte Benutzer erst dann wieder auf das Gerät zugreifen oder es verwalten können, wenn der betroffene Dienst wiederhergestellt ist.

Angriffsszenario

Ein Angreifer mit Netzwerkzugriff auf eine betroffene TP-Link Tapo C200 könnte die Sicherheitslücke CVE-2026-15315 ausnutzen, um den lokalen Authentifizierungsmechanismus der Kamera zu umgehen und eine gültige Administratorsitzung einzurichten, ohne das Passwort des berechtigten Benutzers zu kennen. Der daraus resultierende Administratorzugriff ermöglicht es dem Angreifer, privilegierte Verwaltungsfunktionen aufzurufen, die Gerätekonfiguration zu ändern und Vorgänge auszuführen, für die normalerweise ein autorisierter Administratorzugriff erforderlich wäre. Dieser Zugriff kann auch datenschutzrelevante Kamerafunktionen offenlegen, darunter Live-Videostreams und gespeicherte Aufzeichnungen, wodurch eine unbefugte Überwachung des vom betroffenen Gerät aufgenommenen Bildmaterials ermöglicht wird.

Wir haben ein PoC-Video (Proof-of-Concept) erstellt, das unter kontrollierten Laborbedingungen die Auswirkungen der von Khoi Tran und Thai Do identifizierten Sicherheitslücken veranschaulicht. https://opswat-1.wistia.com/s/....

Behebungsmaßnahmen für CVE-2026-15315 und CVE-2026-15316

Am 18. August 2026 veröffentlichte TP-Link die Sicherheitshinweis und veröffentlichte die Firmware-Version V5_1.4.6, um die Sicherheitslücken CVE-2026-15315 und CVE-2026-15316 zu beheben. Nutzer und Organisationen, die betroffene TP-Link Tapo C200-Kameras betreiben, sollten auf die neueste von TP-Link bereitgestellte Firmware aktualisieren, um die identifizierten Sicherheitslücken zu beheben.

Da für einen Angriff ein Netzwerkzugriff auf die betroffene Kamera erforderlich ist, bietet die Reduzierung unnötiger Gefährdung eine zusätzliche Schutzebene. Kameraverwaltungsschnittstellen sollten nicht für nicht vertrauenswürdige Netzwerke zugänglich sein, und der Zugriff sollte nach Möglichkeit auf autorisierte Geräte und Benutzer beschränkt werden. In Unternehmensumgebungen sollten IoT- und Überwachungsgeräte zudem in entsprechend segmentierten Netzwerken platziert werden, um ihre Gefährdung gegenüber sensiblen Systemen zu begrenzen und die potenziellen Auswirkungen eines kompromittierten Geräts zu verringern.

Weiterreichende Auswirkungen auf die Sicherheit

Über diese spezifischen Schwachstellen hinaus unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig es ist, die Sicherheit vernetzter Geräte über deren vorgesehene Funktionalität hinaus zu bewerten. Authentifizierungsmechanismen, Onboarding-Abläufe und Schnittstellen zur Geräteverwaltung können Sicherheitslücken mit sich bringen, die im normalen Betrieb möglicherweise nicht erkennbar sind, bei Ausnutzung jedoch die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des Geräts erheblich beeinträchtigen können.

Ein mehrschichtiger Ansatz für die Netzwerksicherheit kann die Risiken, die mit anfälligen oder kompromittierten IoT-Geräten verbunden sind, weiter verringern. OPSWAT MetaDefender NAC bietet Transparenz und Zugriffskontrolle für IoT- und andere mit dem Netzwerk verbundene Geräte und unterstützt die Netzwerksegmentierung durch ACLs und VLAN-Zuweisung. Diese Funktionen können Unternehmen dabei helfen, zu steuern, welche Geräte im Netzwerk zugelassen sind, und deren Zugriff auf andere Netzwerkressourcen einzuschränken.

Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen des Graduiertenstipendienprogramms für Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen des „ OPSWAT “ unter der Betreuung der Abteilung 515 des „ OPSWAT “ durchgeführt. Durch praxisorientierte Schwachstellenforschung und verantwortungsbewusste Offenlegung trägt das „ OPSWAT “ weiterhin dazu bei, Sicherheitslücken in Technologien zu identifizieren und zu beheben, die in vernetzten Umgebungen zum Einsatz kommen.

Unternehmen, die die Sicherheit ihrer Produkte, Anwendungen oder Infrastruktur bewerten lassen möchten, können OPSWAT Unit 515 mit der Durchführung anspruchsvoller Penetrationstests und Sicherheitsbewertungen beauftragen, die darauf ausgelegt sind, Schwachstellen zu identifizieren, bevor diese ausgenutzt werden können.

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